Informationen für Träger und Betroffene
Berliner Klassenraumstudie 2008
Als Akustiker beschäftigen wir uns verstärkt mit raumakustischen Untersuchungen in Schulgebäuden. Unsere aktuelle Untersuchung ist die "Berliner Klassenraumstudie 2008", bei der im Jahr 2008 die raumakustischen Gegebenheiten in 32 Berliner Schulen (insgesamt 168 Klassenzimmer) ermittelt wurden.Die Ergebnisse zu dieser Studie werden demnächst hier vorgestellt.
Verfügbare Dokumente
Berliner Klassenraumstudie 2008, Teil 1 (.pdf)
Studie zur Raumakustik in Verkehrsflächen in Berliner Schulen 2009, Teil 1 (.pdf)
Gute Klassenraumakustik - Wozu?
Lernerfolge von Schülern und Arbeitbelastung der Lehrkräfte sind eng an eine gute Klassenraumakustik gekoppelt. Die Voraussetzungen für eine gute Klassenraumakustik sind deshalb auch in der deutschen Norm (DIN 18041) verankert.Grundsätzlich stellt sich die Frage: Wieviele Berliner Klassenräume bieten gute Lernvoraussetzungen für die Schüler und gute Arbeitsbedingungen für das Lehrpersonal?

Prozentualer Anteil der gemessenen Klassenräume in Grund- und Oberschulen, die innerhalb des Toleranzbereichs nach DIN 18041 liegen; grün: NachhallzeitNachhallzeitDie Nachhallzeit ist als das Zeitintervall definiert, innerhalb der Schalldruck in einem Raum bei plötzlichem Verstummen der Schallquelle auf den tausendsten Teil seines Anfangswerts abfällt. Dieses entspricht einer Pegelabnahme von 60 dB.
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liegt im Toleranzbereich; rot: Überschreitung der Toleranzgrenzen; Oberschulen sind durch eine Schraffur gekennzeichnetHinweise zu Normen und Richtlinien
Welche Richtlinien müssen eingehalten werden?Klassenräume
Die in Deutschland gültige "DIN 18041 - HörsamkeitHörsamkeit“Eignung eines Raumes für bestimmte Schalldarbietungen, insbesondere für angemessene sprachliche Kommunikation und musikalische Darbietung an den für die Nutzung des Raumes vorgesehenen Orten.(click to read more)
in kleinen bis mittelgroßen Räumen" aus dem Jahr 2004 gibt Richtwerte (Sollwerte, Tsoll) für die NachhallzeitNachhallzeitDie Nachhallzeit ist als das Zeitintervall definiert, innerhalb der Schalldruck in einem Raum bei plötzlichem Verstummen der Schallquelle auf den tausendsten Teil seines Anfangswerts abfällt. Dieses entspricht einer Pegelabnahme von 60 dB.(click to read more)
in Unterrichtsräumen an, die in Abhängigkeit vom Raumvolumen dem folgenden Diagramm entnommen werden können. Diese Sollwerte gelten jedoch nur für "Normalhörende" und Schüler mit Deutsch als Muttersprache. Für Hörgeschädigte und Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sind diese Werte nochmals um 20% abzumindern.
Sollwert der NachhallzeitNachhallzeitDie Nachhallzeit ist als das Zeitintervall definiert, innerhalb der Schalldruck in einem Raum bei plötzlichem Verstummen der Schallquelle auf den tausendsten Teil seines Anfangswerts abfällt. Dieses entspricht einer Pegelabnahme von 60 dB.
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für Unterrichtsräume nach DIN 18041Aus den Tsoll-Werten leiten sich nun wiederum maximal zulässige Nachhallzeiten in Abhängigkeit vom Besetzungsgrad im Raum ab:
• besestzter Zustand: Tmax = Tsoll * 1,2
• unbesestzter Zustand: Tmax = Tsoll + 0,2 s
Beispiele für Tsoll
• Raumvolumen V = 90 - 170 m3: Tsoll = 0,5 s
• Raumvolumen V = 180 - 360 m3: Tsoll = 0,6 s
• Raumvolumen V = 370 - 740 m3: Tsoll = 0,7 s
Vorgehensweise: Anzusetzender Richtwert
• Bestimmen des Raumvolumens V
• Bestimmen des Sollwertes Tsoll
• Falls Hörgeschädigte oder Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, berücksichtigt werden müssen, muss Tsoll um 20% abgemindert werden
• Bestimmen der zulässigen Toleranzbereiches der Sollnachhallzeit im besetzten Raumzustand
• Bestimmen des zulässigen Toleranzbereiches der Sollnachhallzeit im unbesetzten Raumzustand
Sporthallen
Die DIN 18041 gibt ebenfalls Sollwerte der NachhallzeitNachhallzeitDie Nachhallzeit ist als das Zeitintervall definiert, innerhalb der Schalldruck in einem Raum bei plötzlichem Verstummen der Schallquelle auf den tausendsten Teil seines Anfangswerts abfällt. Dieses entspricht einer Pegelabnahme von 60 dB.(click to read more)
für Sporthallen an. Dabei wird jedoch in "einzügigen Unterrichtsbetrieb" ("Sport 1", d.h. nur eine Klasse/Gruppe nutzt die Halle), und "mehrzügigen Unterrichtsbetrieb" ("Sport 2", d.h. mehrere Klassen/Gruppen nutzen die Halle gleichzeitig). Für den Fall, dass mehrere Gruppen gleichzeitig anwesend sind, sind daran höhere Lärmpegel gebunden, und somit sind die Sollwerte für die NachhallzeitNachhallzeitDie Nachhallzeit ist als das Zeitintervall definiert, innerhalb der Schalldruck in einem Raum bei plötzlichem Verstummen der Schallquelle auf den tausendsten Teil seines Anfangswerts abfällt. Dieses entspricht einer Pegelabnahme von 60 dB.(click to read more)
in diesem Fall strenger gestellt.
Sollwert der NachhallzeitNachhallzeitDie Nachhallzeit ist als das Zeitintervall definiert, innerhalb der Schalldruck in einem Raum bei plötzlichem Verstummen der Schallquelle auf den tausendsten Teil seines Anfangswerts abfällt. Dieses entspricht einer Pegelabnahme von 60 dB.
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für Sporthallen nach DIN 18041Flure
Pausenräume
Weitere Europäische Richlinien zum Vergleich
Schweden - SS 25268:2007Norwegen - NS 8175:2005
Finnland - SFS 5907
Dänemark - Bygningsreglement 2008
Großbritannien - Building Bulletin 93
Weitere Quellen
Classroom Acoustics - A New Zealand PerspectiveJoanne Valentine, Marshall Day Acoustics; Oriole Wilson, National Audiology Centre
Lärm in Bildungsstätten. Ursachen und Minderung
Schönwälder, H.-G.; Berndt, J.; Ströver, F.; Tiesler; Bundesanstalt für ArbeitsschutzArbeitsschutz*
Die Richtlinie 2003/10/EG zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch physikalische Einwirkungen (Lärm) sieht unter anderem Expositionsgrenzwerte und Auslösewerte für die Lärmbelastung vor, ab deren erreichen vom Arbeitgeber bestimmte Maßnahmen ergriffen werden müssen.
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und ArbeitsmedizinNoise Stress in Classrooms
August Schick, Maria Klatte, Markus Meis; Institute for Research into Man-Environment-Relations and Graduate School Psychoacoustics, University of Oldenburg
Zum Einfluss der Sprachverständlichkeit auf kognitive Leistungen: Eine Studie mit Grundschulkindern
M. Klatte, M. Meis, C. Janott, C. Hilge & A. Schick
Zur Wirkung von aktiven und passiven raumakustischen Maßnahmen auf die Geräuschwahrnehmung und Lebensqualität von Schülern: Ergebnisse aus einer prospektiven Längsschnittstudie
M. Meis, A. Uygun, C. Janott, C. Hemmer-Schanze, C. Hilge, J. Kahlert, A. Schick
Das lärmende Klassenzimmer -- Über Raumakustik und wie man sie verbessern kann
Tobias Kirchner, Artikel in BLZ Mitgliederzeitung der GEW Berlin Nr. 10/2008